Wann
Donnerstags 19:30 – 22:00, ab dem 22. Oktober 2026. Zwei Stunden: aufwärmen, Bewegung, Musik, und am Ende die Roda.
Abadá-Capoeira Zürich · Verein
„Der Bogen spricht.“
Zuela Hungo steht für einen Körper, der sich nicht abkapselt: Er tritt in den Dialog mit dem Instrument.
Dein erstes Training
Keine Vorkenntnisse, keine Ausrüstung, keine Anmeldung. Du kommst, du machst mit, und danach entscheidest du.
Donnerstags 19:30 – 22:00, ab dem 22. Oktober 2026. Zwei Stunden: aufwärmen, Bewegung, Musik, und am Ende die Roda.
Sporthalle Rütihof, Giblenstrasse 61, 8049 Zürich-Höngg. 390 m² Einfachhalle mit Linolboden — genug Platz für eine ganze Roda.
Bequeme Kleidung und eine Flasche Wasser. Wir trainieren barfuss. Den weissen abadá brauchst du erst, wenn du bleibst.
Das erste Training ist gratis. Danach ein Vereinsbeitrag: Wir sind ein gemeinnütziger Verein mit ehrenamtlichem Vorstand — keine Gewinnabsicht, keine Marge, kein Abo.
Wer unterrichtet
Eduardo Messo machte 2005 in seinem Heimatland Angola seine ersten Schritte in der Capoeira und entdeckte dort seine Leidenschaft für diese Kunst. Seither trainiert er ohne Unterbruch und ist heute ein erfahrener Instruktor. 2. Platz bei den 26. Jogos Europeus in Lissabon (April 2025), dem europäischen Festival von ABADÁ-Capoeira unter der Leitung von Mestre Camisa. Er führt jedes Training auf Deutsch, Englisch und Portugiesisch — und fängt immer beim Instrument an.
Entdecke die einzigartige Verbindung von Musik, Kraft, Beweglichkeit und Koordination.
Warum Capoeira
Das Spiel
Ein Kreis aus Menschen, die singen und klatschen. In der Mitte spielen zwei. Das Berimbau gibt vor, wie schnell und wie hart gespielt wird — wechselt es den Rhythmus, wechselt das Spiel mit. Dieser Kreis heisst roda.
Es gibt keine Punkte, keinen Sieger, keine Runden. Jede Bewegung ist eine Frage an den anderen, und jede Antwort verändert, was als Nächstes möglich ist. Wer nur zuschlägt, hat die Hälfte nicht verstanden. Wer nur ausweicht, auch nicht.
Entstanden ist das in Brasilien, aus dem Wissen versklavter Menschen aus Zentralafrika — ein Kampf, der wie ein Tanz aussehen musste, um zu überleben. Deshalb ist die Musik kein Beiwerk. Und deshalb lernst du vom ersten Abend an beides: die ginga, den Grundschritt, aus dem alles andere kommt — und ein Instrument.
Vokabular des Spiels1/5
Ginga
Vokabular des Spiels1/5
Ginga
Was du hier lernst
Wer zu ABADÁ kommt, um fit zu werden, nimmt eine ganze Reihe anderer Dinge mit, ohne es zu merken. Capoeira ist nie nur eine Sache auf einmal.
Eine neue Sprache
In der Roda wird portugiesisch gesungen, gezählt und gerufen. Die Bewegungen heissen, wie sie heissen. Nach ein paar Monaten verstehst du die Lieder, nach einem Jahr singst du sie. Portugiesisch ist Amtssprache in neun Ländern — darunter Brasilien und Angola, woher unser Instrutor kommt.
Instrumente
Berimbau, Pandeiro, Atabaque, Agogô, Reco-reco. Jeder lernt jedes Instrument, weil in der Bateria alle mal sitzen.
Beweglichkeit
Gewicht verlagern, Richtung wechseln, aus jeder Lage wieder hochkommen. Agilität, die man ausserhalb der Roda auch braucht.
Kraft
Mit dem eigenen Körpergewicht: Handstand, Rumpf, Hüfte, Schultern. Ohne Geräte, ohne Gewichte.
Ausdauer
Zwei Stunden Ginga, Spiel und Bateria. Die Kondition kommt von selbst, weil man sie ständig braucht.
Flexibilität
Hüfte, Rücken, Schultern. Nicht als Dehnprogramm am Ende, sondern weil die Bewegungen sie verlangen.
Kampfkunst
Distanz, Timing, Deckung, Ausweichen. Capoeira ist gespielt — aber sie ist eine Kampfkunst, und wird auch so unterrichtet.
Training
Wir trainieren barfuss. Bequeme Kleidung reicht — den weissen abadá gibt es später.
Die Halle muss um 22:00 leer sein, Garderoben und Duschen um 22:30.
In den Zürcher Schulferien findet kein Training statt.
Bus 46 bis Rütihof, oder Tram 13/17 bis Frankental und zehn Minuten zu Fuss.
Bilder
Fotos und Videostills: Verein Zuela Hungo, Jogos Mundiais und eigenes Training.
Fragen
Kontakt
Am schnellsten: kurze Mail, dass du am Donnerstag kommst. Antwort kommt meistens am selben Tag.
Die Schule
Zuela Hungo ist keine Erfindung aus dem Nichts. Wir gehören zu ABADÁ-Capoeira, der Schule von Mestre Camisa — und damit zu einer Linie, die sich bis zu Mestre Bimba zurückverfolgen lässt. Diese Seite erklärt, wer dahintersteht, wie graduiert wird und woher die Musik kommt.
Die Schule
ABADÁ steht für Associação Brasileira de Apoio e Desenvolvimento da Arte-Capoeira — brasilianischer Verband zur Förderung und Entwicklung der Capoeira-Kunst. Mestre Camisa gründete ihn 1988 in Rio de Janeiro.
Der Name ist ein Wortspiel. Der abadá ist auch das Kleidungsstück: die weisse Hose, in der trainiert wird. Das Wort kommt aus dem Yoruba, agbada, ein westafrikanisches Gewand. Weiss, weil Mestre Bimba seine Schüler in Weiss trainieren liess — um zu zeigen, dass sie sauber blieben, zu einer Zeit, als Capoeira als Sache von Kriminellen galt.
Heute ist ABADÁ in allen Bundesstaaten Brasiliens und in rund 80 Ländern präsent. Was die Gruppe ausmacht: Sie versucht, Capoeira Angola und Capoeira Regional zu verbinden statt sich für eine Seite zu entscheiden — Tradition halten und sie weiterentwickeln.
Der Gründer
José Tadeu Carneiro Cardoso, geboren am 28. Oktober 1955 in Itapeipu, einem Ortsteil von Jacobina im Landesinneren von Bahia. Eines von neun Geschwistern. Der Vater starb, als er neun war, die Mutter, als er vierzehn war.
Die ersten Bewegungen lernte er von seinem älteren Bruder, Grão-Mestre Camisa Roxa. 1971 wurde er von Mestre Bimba graduiert — als viertes Mitglied seiner Familie. Ende 1972 kam er nach Rio de Janeiro.
Dreizehn Jahre lang, von 1973 bis 1986, gehörte er zum Grupo Senzala. 1984 organisierte er im Circo Voador in Rio das erste nationale Treffen der Capoeira-Kunst — „Pé quente, cabeça fria“ — und brachte Linien zusammen, die vorher nicht miteinander sprachen. 1988 gründete er ABADÁ.
In den 1990er-Jahren reiste er nach Afrika und forschte vor Ort zu verwandten Kampfformen: N'golo, Baçula, Kabangula, Umundiu. 2010 verlieh ihm die Universidade Federal de Uberlândia die Ehrendoktorwürde. Er lebt und unterrichtet weiterhin.
Quelle für die Daten: Mestre Camisa: os primeiros 70 anos de um imortal da capoeira, Universidade Federal Fluminense, 2025.
Woher der Name kommt
Im Osten Angolas zeichnen die Chokwe sona (Einzahl: lusona) in den Sand: ein Raster gleichmässiger Punkte und darüber eine einzige durchgehende Linie, die nie abgesetzt wird, bis sie zu ihrem Anfang zurückkehrt. Die Zeichnungen halten Sprichwörter, Fabeln und Rätsel fest.
Wir haben sie als Muster für diese Seite genommen, weil eine Roda genauso funktioniert: ein Kreis, ein Rhythmus, der nicht abreisst, und jede Bewegung eine Antwort auf die vorige.
Die Zeichnung rechts wird bei jedem Laden neu berechnet — nach dem Plaited-Mat-Algorithmus, den Paulus Gerdes in den sona beschrieben hat.
Graduação
Unser Graduierungssystem nimmt die Natur zum Massstab. Jede vorherrschende Farbe steht für ein Element der Natur mit eigenen Eigenschaften; so ist jede Corda einem Element zugeordnet und trägt in ihrem Gebrauch die symbolische Bedeutung der drei Reiche — Pflanze, Tier und Mineral.
Die corda ist der Gürtel der Capoeira. Bei ABADÁ gibt es siebzehn Stufen. Die reinen Farben sind die Stationen; die zweifarbige Corda dazwischen heisst transformação — die Verwandlung auf dem Weg zur nächsten. Gewechselt wird höchstens zweimal im Jahr, beim batizado und bei der troca de cordas — bewertet werden Technik, Präsenz, Charakter und Disziplin. Die erste Corda bekommt man zusammen mit dem apelido, dem Namen, unter dem man in der Roda gerufen wird.
Aufbau des Graduierungssystems
Volle Farbe — eine Station, jede mit ihrem Element der Natur. Transformação — die zweifarbige Corda dazwischen, der Übergang zur nächsten Station.
Bateria
Ohne Musik keine Roda. Die vollständige Besetzung der Capoeira Angola sieht so aus — acht Instrumente, und jedes hat seine Aufgabe. Das Gunga, das tiefste Berimbau, bestimmt, was gespielt wird.
Gesungen wird auf Portugiesisch: ladainha (die Eröffnung), chula (Ruf und Antwort), corrido (das Lied während des Spiels). Man muss nichts können — man singt mit, bis man es kann.
Der Verein
Der Zuela Hungo Verein — Abadá Capoeira ist ein gemeinnütziger Verein ohne Gewinnabsicht in Zürich. Was hier steht, ist im Wesentlichen das, was wir dem Schulamt der Stadt Zürich über uns geschrieben haben.
Der Name
Zuelar heisst im Kimbundu sprechen, singen, anstimmen. Der hungu ist der angolanische Musikbogen — das Instrument, aus dem in Brasilien das Berimbau geworden ist. Zusammen: der Bogen spricht.
Zuela Hungo steht für einen Körper, der sich nicht abkapselt: Er tritt in den Dialog mit dem Instrument — mit dem Musikbogen.
Angefangen hat es als kleine Gruppe, die miteinander trainiert und einen festen Ort dafür gesucht hat. Daraus ist ein Verein geworden: ehrenamtlicher Vorstand, offene Roda, niemand wird weggeschickt.
Wie der Verein aufgestellt ist
Der Zuela Hungo Verein ist ein gemeinnütziger Verein ohne Gewinnabsicht. Er ist mit dem Ziel entstanden, die Capoeira als Sportdisziplin zu fördern und zu unterrichten, dazu die bildende Kunst und den kulturellen Austausch mit Afrika und Brasilien. Zurzeit zählen wir zehn Mitglieder, davon sechs mit Wohnsitz in der Stadt Zürich. Die Statuten liegen vor und werden auf Wunsch zugestellt.
Der Verein wird ehrenamtlich geführt. Der Vorstand erhält keine Entschädigung. Auch das Training wird ehrenamtlich geleitet — der Trainingsleitung werden lediglich effektive Auslagen gegen Beleg zurückerstattet.
Als wir bei der Stadt um eine Halle angefragt haben, haben wir unsere Struktur von uns aus offengelegt, bevor jemand danach gefragt hat. Uns war wichtig, richtig eingeordnet zu werden — nicht möglichst günstig.
Wie wir trainieren
Wir trainieren barfuss auf dem Hallenboden, ohne Geräte und ohne Bodenmarkierungen. Capoeira verbindet Bewegung, Akrobatik und Live-Musik — Berimbau, Pandeiro, Atabaque. Die Lautstärke entspricht einem normalen Trainingsbetrieb.
Für die Akrobatik ist die Raumhöhe entscheidend; deshalb brauchen wir eine richtige Halle und keinen Gymnastikraum. Wir benötigen weder Tribüne noch Festwirtschaft noch Hallengeräte, und wir übergeben die Halle besenrein und pünktlich.
Ein Schnuppertraining ist unverbindlich. Wer weitermachen möchte, tritt dem Verein bei.
Kontakt
Statuten, Mitgliedschaft, Zusammenarbeit mit anderen Gruppen — schreib uns einfach. Wer einfach mal mittrainieren will, kommt am Donnerstag vorbei.